iPad – und jetzt?

Eigentlich wurde der neuste Wurf Steve Jobs’ und seiner Mitarbeiter bereits an verschiedensten Stellen ausführlich besprochen. Da ich aber in letzter Zeit des öfteren darauf angesprochen wurde «Und, hast du schon ein iPad reserviert?» oder «Du als Apple-Jünger wirst dir so ein Teil sicher kaufen…» muss ich halt doch noch Stellung beziehen.
Mit den aktuellen Infos und ohne das Gerät einmal in den Händen gehalten zu haben muss ich deutlich NEIN sagen. Auch wenn andere Blogger-Kollegen das ganz anders sehen.
Es scheint mir dass ich ein solches Produkt nicht will. Für alles unterwegs hab ich ein kleines Gerät, mit welchem ich eMails und kurze Texte schreiben Termine verwalten, fotografieren, telefonieren, surfen, twittern und News lesen und all diese locationbased Services nutzen kann. Wenn ich nun meine Fotos bearbeiten, längere Texte schreiben oder sonst was machen will, will ich das an einem grossen Bildschirm mit etwas Power dahinter machen und dafür hab ich das entsprechende Gerät gefunden
Dazwischen gibt es in der Tat Anwendungsbereiche, welche (durch digitale Medien) noch nicht abgedeckt sind und welche ich gerne irgendwie digital «bearbeiten» möchte – z.B. Texte lesen und reinschreiben oder allgemein handschriftliche Notizen verfassen. Doch gerade dafür scheint mir dieses iPad nicht wirklich geeignet. Klar, hätte ich gerne eine Batterielaufzeit von 10 Stunden für mein iPhone (wobei ich diese Angaben eher mit Vorsicht geniesse) aber wenn ich ein Buch lese will ich dieses Gerät nicht jeden Abend an die Steckdose / den Mac hängen … und auf einem leuchtenden Display will ich – so vermute ich – nicht lange Texte lesen. Die handschriftliche Eingabe wäre wahrscheinlich auch Steve Jobs Stylus-Phobie zum Trotz irgendwie möglich.
Ich weiss nicht, wie ich auf dieser «virtuellen Tastatur» länger als 140 Zeichen schreiben soll ohne den Krampf zu kriegen und diese Aufstecktastatur – ich weiss nicht so recht.
Als Gerät für unterwegs – und so würde ich es gerne nutzen – scheint mir das Gerät wenig praktikabel, eher so für auf dem Sofa zu surfen und Fotos zu zeigen.
Dafür kann man das Gerät auch als digitalen Bilderrahmen missbrauchen – toll!
eBooks, Tablets und so weiter …

Eigentlich wollte ich ja zuerst die ausführliche Review einiger eBook-Reader veröffentlichen. Da ich aber noch nicht alle Testgeräte in den Händen halten konnte wird die noch etwas hinausgeschoben.
Da aber schon länger Gerüchte rund um Apples Tablet im Umlauf sind, Microsoft ein Produkt veröffentlicht die Leute von OLPC schon länger über den XO 2 und XO 3 nachdenken und jetzt auf der CES in Las Vegas einige neue Produkte vorgestellt wurden muss ich das vorziehen – schliesslich will ich ja auch ein wenig aktuell bleiben.
Als erstes ist mir das Lenovo Ideapad U1 – eine Mischung aus Tablet PC und Netbook unter die Nase gelaufen. Es handelt sich dabei um ein Netbook, dessen Bildschirm vom Hauptgerät abgetrennt werden kann und dann ein eigenes schlankes Linux-Betriebssystem startet. So kann das Gerät nun als Tablet mit Multitouch-Funktion verwendet werden. Angeblich werden die Daten der beiden Geräte nach dem Wiedervereinigen sofort abgeglichen.
Das eindrücklichste Gerät aus dieser wohl sehr unvollständigen Reihe stammt von enTourage und nennt sich eDGe. Auf den ersten (und auch den zweiten Blick) hat hier jemand das Gerät entwickelt, auf welches Lernende jeden Alters gewartet haben. Ein Gerät – von der Form her einem Buch ähnlich – welches ein E-Ink-Display und ein LCD-Touch-Display vereint. So hat der Nutzer die Möglichkeit, auf der einen Seite auf einem kontrastreichen, stromsparenden Display zu lesen und sich mit einem Stift Notizen zu machen, andererseits kann man mit der gegenüberliegenden Seite – einem LCD-Display – im Internet surfen, eMails versenden und farbige Grafiken anschauen. Auf dieses Gerät einen dritten Blick zu werfen oder es gar in den Händen zu halten würde mich sehr interessieren!
Im Blog von Stephen Downes bin ich ausserdem auf ein Video amerikanischer Buchverleger gestossen, in welchem diese eine interessante Vision der künftigen Nutzung von Lehrbüchern zeigen. Da würde alles zusammenpassen … ich bin gespannt, was Steve Jobs Ende Monat aus seinem Hut zieht … und welche dieser Geräte überleben und sich bis nach Europa durchschlagen …

