Wie kam man ins Internet ohne Computer?

Via twitter bin ich auf folgenden Spiegel-Artikel gestossen, von welchem mir bereits jemand erzählt hat.
[...]Es ist zwar ebenso wahr wie gefährlich, dass vielen Menschen nur noch als Realität erscheint, was unter den ersten zehn Google-Treffern zu finden ist. Das aber ist ein Problem der Medienkompetenz in der Gesellschaft und nebenbei einer der Gründe, weshalb ich ein Schulfach Interneterziehung fordere; Eltern können heute ihren Kindern viele notwendige Erkenntnisse nicht vermitteln, weil es das Internet noch nicht gab, als sie ihre gesellschaftliche Prägung und Ausbildung erfuhren.
Das spräche ja eigentlich sehr für ein Fach Medienbildung im Lehrplan 21, wie das im Kanton Solothurn bereits Tatsache ist. Ausserdem wäre es einmal mehr ein Argument gegen all jene, welche eine Office-Schulung als sinnvoller fürs (zukünftige) Arbeitsleben von Oberstufenschüler/innen erachten, obwohl längst das Gegenteil «bewiesen» ist.
Das Internet hat das Bewusstsein der jüngsten Generation erobert, und das auf andere Weise, als die Älteren es annehmen. Schirrmacher hat recht, wenn er die Tragweite der digitalen Vernetzung als gigantisch einschätzt. Ich halte die Auswirkungen auf die Gesellschaft und besonders auf die kommenden Generationen für so revolutionär, als wären Buchdruck, Telefon und Fernseher gleichzeitig erfunden worden.
Ist das Internet wirklich eine solch wahnsinnig revolutionäre Errungenschaft?
Das eigentlich spannende an diesem Beitrag kommt aber noch …
Der Kommunikationsfachmann Peter Figge erzählt die Anekdote seines zehnjährigen Sohnes, der ihn fragt, wie die Menschen ins Internet gekommen seien, bevor es Computer gab. Besser lässt sich das Verhältnis der Jugend von heute zum Netz kaum beschreiben. [...]
Ist doch tatsächlich ein Beweis, dass es «Digital Natives» gibt, auch wenn sie manchmal etwas «digital naiv» sind.
Hat die Bildung mit digitalen Medien ein Begriffsproblem?

Als Neuling auf diesem Gebiet stellt sich mit die Frage, ob im Bereich «Bildung mit digitalen Medien» ein Begriffsproblem besteht. Innert kürzester Zeit hörte und las ich von unterschiedlichen Definitionen und Auffassungen von Begriffen, welche jeweils zu Diskussionen Anlass geben.
Da wäre einmal die Begriffe Medienpädagogik und Medienbildung, welche Prof. Kerres Bauchschmerzen verursachen. Dann propagiert ein Team der Uni Basel im Tagungsbeitrag «eLearning ade – tut scheiden weh?» den Begriff eLearning nicht mehr zu verwenden – was in der Zwischenzeit rege diskutiert wird und schliesslich war da noch die SATW-Tagung unter dem Titel «hybrides Lernen». Als Teilnehmer und Präsentator einer Case Study zu hybridem Lernen mit Weblogs musste ich feststellen, dass auch dieser Begriff unterschiedlich aufgefasst wird.
Ist das ein Problem oder ganz normal?
Wie Kinder mit Computern umgehen …

Letzthin im Museum für Kommunikation in Bern: Ich stöbere durch die Ausstellung «As time goes Byte» – keine Kinder weit und breit. Computer von anno dazumal sind ausgestellt, doch diese scheinen die Kinder ebenso wenig zu interessieren, wie interaktive Stationen zu den Themen Peripheriegeräte, Algorithmen oder dem Weg der eMail.Zuvor in der Ausstellung zur (Tele-)Kommunikation von der Brief- über die Rohrpost zum Telegrafen und zum Radio und Fernsehen, alle (interaktiven) Stationen waren besetzt, die Kinder haben ausprobiert und kommuniziert.
Ganz zum Schluss dann in der eher langweiligen Ausstellung «Bilder die haften» zum Thema Briefmarken: Es gibt zwei Computerstationen, an welchen Kinder ihre eigenen Briefmarken gestalten und anschliessend ausdrucken können. Ein Vater mit seinen zwei Kindern (ca. 3 und 5 Jahre) gestaltet Briefmarken. Dem kleineren Kind assistiert er, indem er es bei der Mausbedienung unterstützt. Das grössere Kind gestaltet seine eigenen Briefmarken ohne Probleme selber, navigiert auf dem Bildschirm, fügt Grafiken hinzu, löscht wieder und druckt seine Produkte aus.
Mein Fazit aus diesen Beobachtungen:
- Kinder interessieren sich wenig für den Hintergrund von Computern, sie wollen sie benutzen
- Bereits kleinste Kinder sind heutzutage fähig, Computer (bewusst) zu bedienen und Ergebnisse herzustellen, dies sollten wir uns bei der Förderung der Kinder – sei das der eigenen oder in der Schule – merken
Weiter ist mir noch etwas recht besorgniserregendes aufgefallen: Gewisse Eltern haben extrem Mühe, einfachste Anweisungen zu lesen und diesen dann folge zu leisten. Die meisten Anweisungen sind so geschrieben, dass ein Mittelstufenschüler diese verstehen und ausführen kann. Doch mehrere Beobachtungen meinerseits zeigten, dass gewisse Eltern diese nicht ausführen konnten.
Digital Natives und wie sie sich präsentieren
Bereits vor einiger Zeit habe ich mal darüber gebloggt, wie meine ehemaligen Studienkollegen Facebook nutzen. Nun habe ich mich entschlossen erneut in diese Schreibrichtung zu gehen. Wie viele andere (nicht nur digital natives) höre ich Podcasts und lese fremde Blogs. Darunter sind auch das Blog von Jeremy und der Podcast von Zebi – zwei von vielen «digital natives», welche ihr Leben im Internet ausbreiten.
Beiden höre/lese ich schon seit längerem zu, wie sie über ihr Leben, ihren Beruf, ihr Studium, ihre Freizeit, ihre Freunde und Freundinnen, ihre Beziehungen, ihre Gelüste, ihre Antipathien, ihre Reisen, ihren Arbeitsweg, ihre Maturaarbeiten und neuerdings sogar über ihre Fitness-Projekte bloggen und podcasten.
Eigentlich finde ich das recht amüsant und schliesslich blogge auch ich über meine Gedanken, Ideen und Erlebnisse. Auch ich bin ein «digital native» und doch gibt es da einige Unterschiede. Auch ich schreibe Statusmeldungen bei Facebook, auch ich nutze Flickr aber bei all meinen Aktivitäten bemühe ich mich, meine Profile bei den diversen Social Networks möglichst unzugänglich zu gestalten, ich veröffentliche keine GPS-Daten aus meinem iPhone, ich veröffentliche nach Möglichkeit keine Bilder von mir und anderen Personen aus meinem Umfeld (mal abgesehen von einem Portrait und ein paar Schnappschüssen in den bereits genannten, möglichst geschützten Netzwerken) – sprich ich will noch meine Privatsphäre – oder bilde mir zumindest ein noch eine zu haben.
Diesen Eindruck habe ich bei gewissen Leuten nicht und ich stelle mir die Frage warum das so ist. Sind sich diese Leute bewusst, dass einmal veröffentlichte Dinge wohl ein Leben lang im Internet herumgeistern werden (erst gerade habe ich bei der Recherche zu einem andern Blogposting Bildmaterial von vor vielen Jahren gefunden)? Können sie damit leben, dass alle – ja alle! – ihr Leben auf Schritt und Tritt nachverfolgen können?
PLE Tagung

Morgen findet die Fachtagung «PLEs in der Schule» statt. Das Tagungsprogramm ist reich gefüllt mit Leckerbissen, da ist zum einen die Keynote von Prof. Dr. M. Kerres, den ich nun schon einen guten Monat vor meiner ersten Präsenzveranstaltung live höre, auf welche ich sehr gespannt bin. Sein Thema: «Personal Learning Environments: Von der Lehr- zur Lernplattform?» Und auch die weiteren Keynotes lassen Interessantes erahnen.
Problematisch wird es dann bei den Workshops – ich kann mich einfach nicht entscheiden! Im ersten Block gibt es zwei drei Präsentationen, welche ich favorisiere:
Rolf Deubelbeiss (PH Zürich)
“Das Mobiltelefon als Teil der persönlichen Lernumgebung an Schulen? Eine vorsichtige Antwort mit zwei Beispielen aus der Schulpraxis”
Marc Graber (Universität Zürich)
Elektronische Lerntagebücher – ein didaktischer Selbstläufer?
Empirische Befunde zur Wirksamkeit des Lerntagebuchschreibens
Martin Hofmann (PH SG)
Next-Generation E-Learning Environments:
Erste Erfahrungen mit dem Open Source E-Portfolio System Mahara
die Vierte welche noch in Frage käme wäre
Andy Schär (PH FHNW)
“Lösungen stehen in Facebook”
Doch hier erhoffe ich mir Insider-Kontakte …
Für den Nachmittag habe ich mich wohl bereits für
Dominik Petko (PHZ Schwyz) Ethische Fragen bei der Nutzung von Personal Learning Environments
entschieden – einzig Thomas Mosers «Lernplattform oder Personal Learning Environment? Unterschiede aus praxisorientierter Sicht» würde mich auch noch interessieren. Auch der lernstick ist vertreten, doch für diese Präsentation habe ich mich bereits “entschuldigt”.
Im Tagungsprogramm wird dazu aufgerufen, die Beiträge, sei das in Blogs, bei Twitter oder bei Flickr, mit dem Tag #PLE09 zu versehen, so erhofft man sich die Beiträge besser auffindbar zu machen. Zudem sollen viele – hoffentlich die Präsentationen, welche ich verpasse – als Folien und/oder Aufzeichnungen zur Verfügung gestellt werden.
Update: Eben per RSS reingeflogen … schon wieder ist jemand schneller als ich … vor ziemlich genau neun Monaten habe ich einen Blogeintrag zu dieser Idee verfasst und mir schon mal Gedanken gemacht, wie so etwas aussehen würde. Falls noch irgendwo iPhones rumliegen würden, ich hätte auch noch eine Klasse, welche sich darüber freuen würde …
«Born Digital» auf Deutsch

Eigentlich wollte ich das Buch ja auf englisch lesen, es wäre ein gutes Training. Gestern habe ich zufällig aber herausgefunden, dass das Buch scheinbar seit kurzem auch in deutscher Sprache vorliegt und es mir direkt bestellt. Dann nehm ich mir für das nächste Jahr halt andere Vorsätze.
Update: Dummerweise ist das Buch erst heute angekommen, jetzt wo die Ferien schon fast vorbei sind …
Supermarios Perspektive
Via Kurt Jakobs Blog bin ich auf das folgende Video gestossen: Der Fotograf Robbie Cooper hat mittels einer am Bildschirm befestigten Kamera Kinder beim Spielen mit dem Computer gefilmt. Es sind ausschliesslich deren Gesichter erkennbar, als Tonspur wurde die Geräuschkulisse des jeweiligen Spiels verwendet. Ein nicht unbekannter Medienpädagoge meinte im Gespräch, dass dies nicht unbedingt mit Immersion zu tun hat … meine Antwort: “Immersion ist mehr als nur das, aber es zeigt recht gut, wie Kinder – und übrigens auch Erwachsene – in Computerspielen versinken.” Ich interpretiere Richard Bartles Schilderung der Immersionsstufen jedenfalls so, dass Stufe 1 auf diese Spieler/innen zutreffen würde.
player: Die Spielfigur ist ein Mittel zur Beeinflussung der Spielwelt.(1)
Der etwas ältere Knabe gegen Schluss könnte evt. sogar der zweiten Stufe zugeordnet werden
avatar: Die Spielfigur ist ein Repräsentant des Spielers in der Spielwelt. Spieler sprechen in der dritten Person über die Spielfigur. (2) character: Computerspieler identifizieren sich mit der Spielfigur und sprechen in der ersten Person über sie.(3)
Born Digital – meine (digitale) Identitätskrise

Ich leide an einer virtuellen Identitätskrise! Nein, mein Facebook-Account wurde nicht gelöscht und auch mein eBanking-Konto widersteht jeder Pishingattacke. Der Grund dafür ist ein Buch, welches mir Sibylle für in unsere Bibliothek vorgeschlagen hat und der Podcast , welchen ich am selben Tag gehört habe, in welchem einer der Autoren- Urs Gasser – bei Digitalk zu Gast war.
Nun, das Buch ist noch nicht hier … und doch frage ich mich ständig, bin ich nun ein «Digital Native» – da nach 1980 geboren – oder eben doch eher ein «Digital Immigrant» wie hier beschrieben?
Ich blogge, ich lese eMails am Bildschirm (ja, es gibt auch Leute die drucken sich die aus!), ich nutze Social Networks, eBanking, … aber da gibt es trotzdem einige Dinge, welche mich stutzen lassen … zum Beispiel nutze ich das Handy nur zum telefonieren (ok, ab und zu eine SMS), ich liebe Bücher und lese auch darin …
Nicht nur Kinder sind in sozialen Netzwerken aktiv

Im neusten Beobachter bin ich per Zufall auf einen den Artikel “So viele neue Freunde” gestossen, welcher sich mit Sozialen Netzwerken befasst. Für einmal sind es aber nicht die Kinder, welche im Umgang damit geschult werden müssen; die Autoren schreiben über Erwachsene, welche Soziale Netzwerke wie XING.de nutzen um geschäftliche Kontakte zu finden und zu pflegen oder sich – wie die Jugendlichen auch – damit vergnügen. Soziale Netzwerke sind also auch bei Erwachsenen “in”. Dies hätte ich auch selber gemerkt, wenn ich einmal die Zunahme der Freundes-Anfragen von XING und Facebook in den letzten Monaten erfasst hätte, oder meine Facebook-Pinnwand statistisch auswerten würde.
War ich vor ein paar Monaten einer der ersten aus meinem Umfeld, so sind heute unzählige meiner näheren und ferneren Bekannten bei Facebook mit dabei – einige aktiv, andere eher passiv.
Auf meinen Recherchen nach einem passenden Bild, bin ich noch auf den folgenden Blog-Eintrag gestossen, welcher sich ebenfalls mit Social Networks befasst. Die Grafiken sehen spannend aus, doch im Moment fehlt mir die Zeit, das ausführlich zu studieren.
Soziale Netzwerke

Seit einigen Tagen liegt auf meinem Tisch der SchoolNetGuide Nr. 11 «Das soziale Internet». Seit kurzem ist er auch als PDF zum Download bereit oder kann bei der Swisscom bestellt werden. Dies nehme ich zum Anlass einmal über meine Mitgliedschaften in Sozialen Netzwerken nachzudenken. Wie immer soll aber dann auch noch der eine oder andere Gedanke an die Schule “verschwendet” werden … zum Beispiel welche Potenziale bieten Soziale Netzwerke und mit welchen Gefahren müssen wir umgehen lernen (und vor allem auch unsere Schüler)?
Meine mehr oder weniger genutzten Social Networks sind die folgenden: Facebook, Last.fm, del.icio.us, meinVZ (hervorgegangen aus studiVZ), XING, LinkedIn und klassenfreunde.ch. Eben gerade habe ich beschlossen, dass ich nicht 3 Soziale Plattformen “bewirtschaften kann. Konsequenz daraus, mein meinVZ-Account wurde gelöscht, nachdem ich ihn vor einem Monat aus einem studiVZ-Account erstellt hatte.
Nach der zufälligen Lektüre zweier Artikel aus dem Tagesanzeiger mein Arbeitskollege hat bereits den «Artikel Schulen verschlafen den Web 2.0-Trend» diskutiert und sich stark an das Thema seines vor einem Jahr gehaltenen Vortrages «Medienpädagogik – vom Dornröschenschlaf der Pädagogik» erinnert gefühlt.
Der zweite Artikel behandelt die Plattform NetLog, welche bei den 12 – 17-jährigen rege genutzt wird. Er beschreibt schon fast anarchische zustände: «Mädchen präsentieren sich in lasziven Posen, gegenseitige Beschimpfungen gehören zur Tagesordnung, Mitschüler werden gemobbt, Lehrer schlecht gemacht. Es ist die Rede von Kindern die angezeigt werden. Diese beiden Artikel stimmen mich nachdenklich und ich habe beschlossen, mich etwas intensiver mit dieser Thematik auseinander zu setzen. Dabei habe ich noch eine Publikation zu diesem Thema gefunden und bestellt und erhoffe mir noch weitere Einblicke und Anregungen zu dieser Thematik…

