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Programmieren lernen

18 Januar 2010 by Marc, View Comments

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Als ich meine Lernaufgabe – die Beurteilung eines Online-Lehrganges zum Erlernen der einfachen Programmiersprache GamesScript musste ich kurz an das zuvor in den Studienbriefen Gelesene denken:

Die didaktische Qualität oder Wertigkeit eines Mediums lässt sich nicht an Merkmalen des Mediums selbst (seien sie inhaltlicher, konzeptueller oder gestalterischer Art etc) feststellen, sondern nur in dem kommunikativen Zusammenhang, in dem das Medium Verwendung findet.

Da ich den Einsatzzweck des Mediums, die Zielgruppe und das didaktische Szenario nicht kenne (es gibt wohl viele verschiedene) könnte ich hier einfach schweigen, doch so einfach will ich es mir doch nicht machen.

Gleich zu Beginn möchte ich auf einen Kritikpunkt meinerseits hinweisen. Ich kann nur schwer nachvollziehen, weshalb hier eine eigene Sprache “erfunden” wurde, um die Grundsätzlichen Konzepte des Programmierens zu veranschaulichen. Lernende haben zwar die “Grundlagen des Programmierens” erlernt, können diese aber erst nach einem zusätzlichen Aufwand – nämlich dem Einfügen des Wissens über die “richtige Programmiersprache” in ihr aufgebautes Wissen – in konkreten Beispielen nutzen.

Vom Aufbau her, mit der Möglichkeit entweder ein aufbauendes Tutorial Schritt für Schritt abzuarbeiten oder flexibel zu den gewünschten Sequenzen zu springen,  finde ich das Lernangebot gut konzipiert. Dazu kommt das Glossar über bestehende Funktionen und das Angebot verschiedener weiterführenden Aufgaben in unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden.

Ebenfalls gefällt mir die Option, dass das gelernte an Ort und Stelle angewandt werden kann. Sowohl der integrierte Code-Editor wie auch das Konsolen-Fenster für die Ausgaben erleichtern das Arbeiten mit dem Tutorial, da nicht ständig noch ein externer Editor bedient werden muss. Die Konsole ermöglicht das Erkennen von Fehlern, allerdings nur, wenn bereits eine gewisse Wissensbasis vorhanden ist. Um die Korrektur (und damit das Lernen) zu unterstützen wäre eine umfassendere Fehleranalyse und Hinweise zu möglichen Lösungsvorschlägen wünschenswert.

Es bestehen zwar Ansätze zur Interaktion mit den Nutzenden (in Form von “beste Lösung von …” in der Aufgabenübersicht), doch diese könnten eindeutig ausgebaut werden. So sähe ich z.B. gerne eine Möglichkeit, mich mit anderen Lernenden auszutauschen oder meine eigenen Ergebnisse zu präsentieren.

Wenn ich als Zielgruppe Leute aus der selben Altersklasse und mit dem selben Hintergrund wie der Autor betrachte – also Jugendliche in einer Schul- oder Berufsausbildung – scheint mir die Thematik Spiele als “Aufhänger” zu nutzen recht günstig. Ich befürchte aber, dass diese Thematik in Kombination mit einer eigens dafür entwickelten Sprache kein breites Publikum anspricht und unter diesem Gesichtspunkt keine sinnvolle didaktische Reduktion darstellt. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass ich lieber an konkreten Aufgaben wiederverwendbares lerne.