Lernaufgabe Projektmanagement

Nachdem das Projekt damit zunächst einen Abschluss gefunden hat, stellt sich anschließend die Frage, wer die Pflege und Wartung des Internetauftritts übernimmt und in welcher Form er sinnvollerweise abgewickelt wird.
Als Fachfrau soll Sibylle Knecht weiterhin die konzeptionelle Verantwortung für den Internetauftritt übernehmen.
Auch wenn kein kommerzieller Druck für die Wartung des Internetauftritts besteht, so müssen doch auch für die weitere Zusammenarbeit Absprachen getroffen werden.
Welche Tipps würden Sie aufgrund Ihrer eigenen Erfahrungen dem Projektteam (Projektleiterin Sibylle Knecht, Grafikerin Gabriele Schmidt, Technische Umsetzung Friedhelm Leven und Vorstand) geben, damit der Arbeitsprozess in Zukunft reibungsloser gestaltet werden kann.
Als wichtigste Tat sehe ich das Lernen aus den Fehlern, welche beim vorhergehenden Projekt «Aufbau der Webseite» gemacht wurden. Dazu zähle ich folgende Punkte:
- Das neue Projekt ist wiederum in Phasen zu unterteilen. Dabei sollte ausreichend Zeit und Arbeit in die Planungsphase investiert werden, insbesondere bei der Planung der personellen Ressourcen.
- Zudem ist bei allen Aufgaben genügend Zeit («Pufferzone») einzuplanen.
- Den Projektmitgliedern aber auch den Auftraggebern (Vereinsvorstand) sollte es jederzeit möglich sein, den aktuellen Projektstand inklusive aller Protokolle und Vereinbarungen einzusehen.
- Wichtig für eine erfolgreiche Weiterführung der Webseite scheint mir dass im Team eine gute Atmosphäre herrscht. Einzel- und Gruppengespräche können bestehende Differenzen aus dem vorherigen Projekt ausräumen. Eventuell muss das Team durch kompetente Mitarbeiter/innen verstärkt werden.
- Sibylle sollte als Projektmanagerin eine Vision entwickeln. Sie sollte als Führungskraft dem Projekt ein «Gesicht» geben, so dass ich die Mitarbeitenden damit identifizieren können.
- Eine der wichtigsten Konsequenzen ist, dass verbindlicher Absprachen getroffen werden und diese vom Projektteam aber auch vom Auftraggeber eingehalten werden.
- Auch könnte es hilfreich sein, wenn gewisse finanzielle Mittel bereitgestellt werden könnten.
Ist doch logisch, sequentiell …

Als Gruppenaufgabe galt es diesmal anhand eines Fallbeispiels zu analysieren, wie zielgruppengerecht ein Lernangebot aufgebaut ist. Dabei sollte ein Entscheid für eine didaktisch-methodische Struktur gefällt werden.
Da meine Lernaufgabe etwas spät kommt und ich bereits viele Beiträge meiner Kolleginnen und Kollegen angeschaut habe, muss ich wohl beim Entscheiden und Schreiben höllisch aufpassen, um mir nicht wieder vorwerfen lassen zu müssen, ich hätte abgeschrieben …
Um uns die Wahl für eine Struktur zu erleichtern wurde uns eine Tabelle mit Kriterien zur Hand gegeben. Anhand der Entscheidungskriterien Lehrstoff, Lernsituation, Zielgruppe, Lernstil, Motivation und Vorwissen soll man sich für eine Strukturierung entscheiden.
Eine kleine Unstimmigkeit in diesen Entscheidungskriterien ergab sich bei mir bei genauerem Hinschauen: Beim Merkmal «Zielgruppe» werden als Eigenschaft die Vorkenntnisse der Lernenden genannt, das Vorwissen wird etwas weiter unten aber auch als eigenes Merkmal genannt. Eigentlich könnte man Lernstil, Motivation und Vorwissen als Eigenschaften der Zielgruppe verstehen, welche u.a. die (in-)Homogenität verursachen verstehen. Oder ist Vorwissen ≠ Vorkenntnisse?
Für mich besonders ausschlaggebende Merkmale sind das Vorwissen, die Zielgruppe, die Motivation und der Lernstil, also alles direkt auf die Lernenden bezogene Merkmale. Ich denke es ist zwingend, die Lernenden ins Zentrum der Betrachtungen zu rücken.
Zweitrangig sind für mich der Lehrstoff und die Lernsituation. Das heisst nicht, dass diese Merkmale vernachlässigbar sind, doch scheint es mir sinnvoller, erst zu überlegen, ob Lernende intrinsisch oder extrinsisch motiviert sind, ob sie selbständiges Lernen gewohnt sind oder nicht, ob es sich um eine homogene/heterogene Zielgruppe handelt und über welches Vorwissen die Lernenden verfügen, bevor ich die Lernsituation und den Lehrstoff berücksichtige. Diese vier Merkmale kann ich nämlich nur schwer beeinflussen (klar kann ich Nachhilfe bieten um nötiges Vorwissen zu vermitteln oder die Zielgruppe so gestalten, wie ich sie brauche), im Gegensatz zur Gliederung des Stoffes und der Lernsituation wo ich in den meisten Fällen wohl gewisse Gestaltungsspielräume habe.
Das bringt mich übrigens zu einem ähnlichen Ergebniss wie die Kollegin Eva:
Wer lernt Was Wie?
Und hinterlässt ein etwas komisches Gefühl, da ich eigentlich gerade so gut Argumente für eine logische Strukturierung hätte finden können. Ich vermute fast, dass es meistens auf einen Kompromiss oder eine Mischvariante hinausläuft, was mir ein Entwickler medialer Lernangebote auch bestätigt.
Aufgrund meiner Überlegungen und der Tatsache, dass u.a. die Mehrheit der Lernenden wohl extrinsich motivert und das selbständige Lernen wohl eher nicht (mehr) gewohnt ist komme ich zum Schluss, dass es sinnvoll ist die Mitarbeitenden mit einer eher sequentielle Struktur (mit einem Hang zur Logik, um auch fortgeschrittene und intrinsisch motivierte Lernende nicht zu langweilen) zum gewünschten Lernerfolg zu führen. Zumal ein sequentieller Aufbau einer Lerneinheit für mich nicht zwingend das Lernen in individuellen Lerntempi verhindert. Dadurch dass es sich um ein WBT handelt, können alle in ihrem eigenen Tempo und zur gewählten Zeit lernen.
Programmieren lernen

Als ich meine Lernaufgabe – die Beurteilung eines Online-Lehrganges zum Erlernen der einfachen Programmiersprache GamesScript musste ich kurz an das zuvor in den Studienbriefen Gelesene denken:
Die didaktische Qualität oder Wertigkeit eines Mediums lässt sich nicht an Merkmalen des Mediums selbst (seien sie inhaltlicher, konzeptueller oder gestalterischer Art etc) feststellen, sondern nur in dem kommunikativen Zusammenhang, in dem das Medium Verwendung findet.
Da ich den Einsatzzweck des Mediums, die Zielgruppe und das didaktische Szenario nicht kenne (es gibt wohl viele verschiedene) könnte ich hier einfach schweigen, doch so einfach will ich es mir doch nicht machen.
Gleich zu Beginn möchte ich auf einen Kritikpunkt meinerseits hinweisen. Ich kann nur schwer nachvollziehen, weshalb hier eine eigene Sprache “erfunden” wurde, um die Grundsätzlichen Konzepte des Programmierens zu veranschaulichen. Lernende haben zwar die “Grundlagen des Programmierens” erlernt, können diese aber erst nach einem zusätzlichen Aufwand – nämlich dem Einfügen des Wissens über die “richtige Programmiersprache” in ihr aufgebautes Wissen – in konkreten Beispielen nutzen.
Vom Aufbau her, mit der Möglichkeit entweder ein aufbauendes Tutorial Schritt für Schritt abzuarbeiten oder flexibel zu den gewünschten Sequenzen zu springen, finde ich das Lernangebot gut konzipiert. Dazu kommt das Glossar über bestehende Funktionen und das Angebot verschiedener weiterführenden Aufgaben in unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden.
Ebenfalls gefällt mir die Option, dass das gelernte an Ort und Stelle angewandt werden kann. Sowohl der integrierte Code-Editor wie auch das Konsolen-Fenster für die Ausgaben erleichtern das Arbeiten mit dem Tutorial, da nicht ständig noch ein externer Editor bedient werden muss. Die Konsole ermöglicht das Erkennen von Fehlern, allerdings nur, wenn bereits eine gewisse Wissensbasis vorhanden ist. Um die Korrektur (und damit das Lernen) zu unterstützen wäre eine umfassendere Fehleranalyse und Hinweise zu möglichen Lösungsvorschlägen wünschenswert.
Es bestehen zwar Ansätze zur Interaktion mit den Nutzenden (in Form von “beste Lösung von …” in der Aufgabenübersicht), doch diese könnten eindeutig ausgebaut werden. So sähe ich z.B. gerne eine Möglichkeit, mich mit anderen Lernenden auszutauschen oder meine eigenen Ergebnisse zu präsentieren.
Wenn ich als Zielgruppe Leute aus der selben Altersklasse und mit dem selben Hintergrund wie der Autor betrachte – also Jugendliche in einer Schul- oder Berufsausbildung – scheint mir die Thematik Spiele als “Aufhänger” zu nutzen recht günstig. Ich befürchte aber, dass diese Thematik in Kombination mit einer eigens dafür entwickelten Sprache kein breites Publikum anspricht und unter diesem Gesichtspunkt keine sinnvolle didaktische Reduktion darstellt. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass ich lieber an konkreten Aufgaben wiederverwendbares lerne.

