Konnektivismus – Lerntheorie oder Hirngespinst?

Während meiner Lektüre zu meinem Medienprojekt wurde häufig neben den altbekannten Lerntheorien Behaviorismus, Kognitivismus und Konstruktivismus noch der Konnektivismus genannt. In seinem Ansatz berücksichtigt der Begründer des Konnektivismus – George Siemens – die technologischen Entwicklungen und deren Folgen für die Lehre sowie gesellschaftliche Veränderungen (z.B. lebenslanges oder informelles Lernen).
Der Kerngedanke des Konnektivismus lässt sich als Lernen ausserhalb des Individuums (z.B. in Organisationen oder Communities) und als vernetzen von Wissensquellen zusammenfassen. Das Wissen «was» «wie » und «warum» werden gemäss Siemens unwichtiger, das «wo» dagegen gewinnt an Bedeutung.
The pipe is more important than the content within the pipe.
Nun am einen Ort wird der Konnektivismus als vierte Lerntheorie gehandelt, an anderen Orten eher als pädagogische Sichtweise und nicht der Lerntheorie würdig kritisiert, an andern Orten taucht er gar nicht auf.
Nun frage ich mich, handelt es sich da um eine den andern dreien ebenbürtige Lerntheorie, ist das die Meinung eines einzelnen, basiert diese auf Ideen oder kann die als verlässlich und praktikabel angeschaut werden?
Motivation

L.A. (Lern Aufgabe) hat mit mir ein Interview zum Thema «Motivation» geführt:
L.A.: Was motiviert dich zu lernen?
Ich: Hmmm… schwierige Frage … ich denke in erster Linie ist es im Moment das Interesse an der Sache … ich bin eigentlich ein recht interessierter Mensch.
L.A.: Was erleichtert dir das Lernen?
Ich: Für mich das Wichtigste ist Spass am ganzen zu haben und einen Bezug zu meinem Leben (beruflich oder privat) und meinen Tätigkeiten zu sehen.
L.A.: Was machst du, um dich zu motivieren, wenn du mal nicht intrinsisch motiviert bist?
Ich: Ich belohne mich … mit Schokolade oder Pommes-Chips (kurzfristig), dann nehme ich mir vor, wenn du das und das bearbeitet hast, dann kriegst du wieder ein bisschen. Oder ich gönne mir was (z.B. ein Buch, ein bisschen Musik) dies aber meistens eher so als “Belohnung” für ein erreichtes Ziel.
L.A.: Gibt es auch Situationen, wo du von deiner Aussenwelt angespornt wirst?
Ich: Klar, Perspektiven im Beruf, wie Jobsicherheit, höheres Gehalt, mehr Möglichkeiten oder ab und zu auch die Erwartungen von Mitmenschen motivieren mich zusätzlich … doch wenn ich bei irgend etwas nur von aussen motiviert werde kommt’s meistens nicht so gut. Für mich das allerwichtigste ist, dass ich sehe was ich tue und warum ich das mache, erkenne ich das nicht, nützte bis jetzt jeglicher Druck von aussen nichts – so war es zum Beispiel schon sehr schnell um meine Französisch-Sprecher-Karriere geschehen.
L.A.: Wie ist es bei deinem aktuellen Studium, ich stelle mir vor, dass es recht schwierig ist, sich immer zu motivieren selbständig und ohne unmittelbare Kontrolle zu lernen?
Ich: Da stehe ich ja erst noch am Anfang – bis jetzt gab es noch keine grösseren Motivationsschwierigkeiten. Im Moment freue ich mich riesig, meine beiden bisherigen Ausbildungen ( Multimediaproduzent und Lehrer) die meine Interessen recht gut wiederspiegeln, miteinander zu verknüpfen. Ich habe aber schon die Angst das Gefühl, dass ich irgendwann in diesen 2,5 Jahren an einen Punkt komme, wo ich mich etwas mehr belohnen und extrinsisch motivieren (lassen) muss.
L.A: Vielen Dank für das Gespräch …
Eine Nebenbemerkung zum Thema «Lernen»:
Heute konnte ich beobachten, wie unsere Katzen von meiner Freundin “erzogen” wurden … da funktionierts vorwiegend nach dem behavioristischen Lernverständnis. Die Katze tut was und erhält eine Belohnung, d.h. sie wird positiv verstärkt. Die Katze tut was “böses” und erfährt eine Konsequenz, welche sie beim nächsten Mal umgehen will und sich so (hoffentlich) dementsprechend benimmt. Geschieht nichts (im positiven wie auch im negativen Sinn), “vergisst” die Katze recht schnell wieder und die Verhaltensänderung wird gelöscht. Zum Thema behavioristisches Lernen hat eine Studienkollegin umfassende Experimente mit Kindern und Hunden durchgeführt, über welche sie erst kürzlich berichtete.

