Konnektivismus – Lerntheorie oder Hirngespinst?

30 Januar 2010 von Marc, View Comments

netz

[Dieter, Chip Fotowelt]

Während meiner Lektüre zu meinem Medienprojekt wurde häufig neben den altbekannten Lerntheorien Behaviorismus, Kognitivismus und Konstruktivismus noch der Konnektivismus genannt. In seinem Ansatz berücksichtigt der Begründer des KonnektivismusGeorge Siemens – die technologischen Entwicklungen und deren Folgen für die Lehre sowie gesellschaftliche Veränderungen (z.B. lebenslanges oder informelles Lernen).

Der Kerngedanke des Konnektivismus lässt sich als Lernen ausserhalb des Individuums (z.B. in Organisationen oder Communities) und als vernetzen von Wissensquellen zusammenfassen. Das Wissen «was» «wie » und «warum» werden gemäss Siemens unwichtiger, das «wo» dagegen gewinnt an Bedeutung.

The pipe is more important than the content within the pipe.

Nun am einen Ort wird der Konnektivismus als vierte Lerntheorie gehandelt, an anderen Orten eher als pädagogische Sichtweise und nicht der Lerntheorie würdig kritisiert, an andern Orten taucht er gar nicht auf.
Nun frage ich mich, handelt es sich da um eine den andern dreien ebenbürtige Lerntheorie, ist das die Meinung eines einzelnen, basiert diese auf Ideen oder kann die als verlässlich und praktikabel angeschaut werden?

  • Hallo Jan

    und danke für deine Antwort. Hast du Literaturtipps für mich, wenn ich noch etwas mehr dazu wissen möchte?
  • Jan
    Hi Marc,

    genau betrachtet bringt der Konnektivismus gegenüber dem Konstruktivismus wenig neues gebracht. Selbst das Einbeziehen der Gefühlswelt wird im Konstruktivismus schon beschrieben, wenn es auch ein wenig in Vergessenheit geraten ist.

    Ich nehme den Konnektivismus bei didaktischen Fortbildungen aber trotzdem zu den Lerntheorien auf (wenn auch mit einem Hinweis auf die Schwäche), da er gut verdeutlicht, wie Lernen heute stattfinden kann und wie z.B. web2.0-Techniken zum Lernen genutzt werden können.

    Herzliche Grüße aus Hannover, Jan
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