Meine online Kommunikation

21 Juli 2009 by Marc, View Comments

kommunikation

[Bild: www.pressebox.de]

In Studium, Beruf und auch privat nutze ich sehr viele unterschiedliche online Kommunikationstools. Privat nutze ich eher Social Networks wie XING, facebook oder Twitter. Da musste ich feststellen, dass die Reizüberflutung vor allem bei Twitter sehr hoch ist. Und die tweets einem immer wieder von den eigentlichen Aufgaben abhalten. Dafür sind sie ohne viel technisches Know-How und ohne grosse Infrastruktur nutzbar. Die «Vernetzung» ermöglicht ein kollaboratives, ortsunabhängiges, «hemmungsloseres» und peergroupübergreifendes Kommunizieren.

Im Studium habe ich Adobe Connect kennen (und schätzen) gelernt und setze es inzwischen auch im Beruf ein. Der Vorteil ist wie bei aller online Kommunikation die Ortsunabhängigkeit. So wird eine Arbeitskollegin ein Jahr in Australien verbringen, während sie immer noch mit und für uns arbeitet. Ein weiterer Vorteil von Video- und Audiokonferenz-Tools (zu welchen ich übrigens auch den Instant Messenger-Dienst Skype zählen würde) ist, dass sie unterschiedliche Sinne ansprechen – die Betonungen oder die Mimik des Gegenüber werden wahrgenommen. Dafür sind die technischen Anforderungen an die Infrastruktur (Headset, schnelle Internetverbindung …) recht hoch und auch die Bedienung stellte sich als nicht ganz trivial heraus.

eMail als das Online-Kommunikationstool bietet den Vorteil dass es sehr einfach zu bedienen ist und recht tiefe technische Anforderungen stellt. Wie bei allen asynchronen Medien gibt es kein unmittelbares Feedback und ich frage mich des öfteren, ob meine eMail nun ihren Adressaten erreicht hat und gelesen wurde. Die im Studienbrief als Vorteil gegenüber synchronen Tools genannte Möglichkeit, Inhalte einer eMail mehrere Male zu lesen(revisability) und sie vor dem Absenden zu überarbeiten (reviewability), wird im Alltag leider immer weniger genutzt und eMails werden unkontrolliert (in grossen Mengen) und z.T. auch unüberlegt versandt.

An dieser Stelle wäre noch die Mailingliste zu erwähnen. Ich habe erst gerade wieder eine abonniert, doch schon nach kurzer Zeit musste ich mich wieder austragen, weil die eMail-Flut fast unerträglich war. Hier bevorzuge ich eher Foren wo ich selber «holen» kann was ich brauche. Dafür sind die Reaktionszeiten auf Fragen meistens auch länger als bei Mailinglisten.

Den gewöhnlichen Text-Chat empfand ich früher – als Jugendlicher, wo noch nicht viel mehr möglich war – als sehr ansprechend und praktikabel. Auch die heutigen Jugendlichen kommunizieren sehr oft via kurzer Textmitteilungen (IM, SMS, Twitter, Statusmeldungen oder eben Chat-Rooms). Für kurze Unterhaltungen nutze ich sehr oft Skype oder ähnliche IM-Dienste, beschränke mich aber auf das nötigste.

Per Zufall bin ich heute auf eine (für mich) neuartige Kommunikationsform gestossen. Der Dienst Aardvark stellt einen «Roboter» als IM-Buddy zur Verfügung. Diesem Roboter können Fragen zu verschiedenen Themen gestellt werden, welche dieser Roboter klassifiziert und an geeignete Empfänger weitersendet. Diese antworten dem Roboter, welcher die Antwort an mich zurück leitet (Prinzip Telefon-Vermittlerin vor einigen Dekaden).

Persönlich überwiegen für mich Vorteile wie Orts- (und Zeit-)unabhängigkeit, Entkoppelung von sozialem Status oder peergroupübergreifendes Kommunizieren gegenüber den technischen Hürden und der Überflutung mit (zuviel) Informationen. Dies führe ich darauf zurück, dass ich gelernt habe mit den Nachteilen umzugehen und entsprechende Massnahmen zu ergreifen. Vorteile der f2f-Kommunikation sehe ich in der Nähe und somit der Möglichkeit persönlich (mit Gefühl, Mimik, Berührung etc.) zu kommunizieren.

Update:

Dank Eva habe ich bemerkt, dass ich eigentlich noch ein von mir recht häufiges Kommunikationsmittel – mein Blog – vergessen habe. Durch das Studium wurde mein Blog neu lanciert und je mehr ich blogge, desto mehr Spass macht es mir. Diese Art (one-to-many) zu kommunizieren ist für mich aber eindeutig die anstrengendste und aufwändigste. Ich will ja schliesslich etwas bieten … was mich daran stört sind die (meist gänzlich) fehlenden Rückmeldungen. Ich weiss zwischendurch nicht so recht, wer und ob überhaupt jemand meine Beiträge liest. Und falls ja, was er oder sie darüber denkt.

  • http://mitdenkbuch.wordpress.com/ Eva

    Hei du,

    ich lese deinen Blog, leider oft zeitverzögert, weil du den bis jetzt einzigen Blog hast der sich mit meinem Google Reader nicht versteht und nur sporadisch mit ihm kommuniziert.

    Ich mag deine Posts (ok die Werbung vielleicht weniger aber manchmal die auch)auch wenn sie oft sehr lange sind und ich wie du weißt kein Bildschirmleser bin aber ich schaffe es auch selten mich kurz zu fassen….Vielleicht sollte ich zum Training doch mal tweeten ;)

    Grüssle Eva

  • http://www.schoolict.ch Marc

    Komisch, bei mir funktionierts mit Google Reader … werd mal schauen, was ich da für einen Feed habe … es freut mich, dass du die Werbung nur teilweise nicht magst … ist noch lustig, hatte einmal jemanden, welcher monierte ich schreibe zu wenig … bei der Werbung sind meist 300 Worte vorgegeben …

  • http://www.schoolict.ch Marc

    Hi Eva, kannst du mir mal sagen, welche URL du verwendest?

    http://www.schoolict.ch/feed wäre optimal

  • Barbara Getto

    Vielen Dank für die Reflexion Ihrer Erfahrungen mit Online-Kommunikationsmedien. Ich freue mich zu lesen, dass Sie durch das Studium Ihren Blog “neu wieder-entdeckt” haben und mit Spass bloggen. Das das Bloggen ohne Rückmeldungen manchmal frustrierend sein kann, kann ich mir gut vorstellen. Immerhin gibt man sich ja Mühe mit dem Verfassen von Beiträgen, gibt Tipps und informiert über Neuigkeiten und gibt letztlich auch einiges von sich Preis. Kein Kommentar könnte man ja auch als Desinteresse auslegen, obwohl es vielleicht eine ganze Community von Usern gibt, welche die Beiträge interessiert verfolgen. Ohne eine (unmittelbare) Rückmeldung fühlt es sich bei der Online-Kommunikation ja manchmal so an, als ob man in einen leeren Raum spricht (das kann auch bei Mails, oder Chats, etc. so sein…). Oder schlimmer noch: Man spricht in einen vollen Raum – und keiner antwortet :-)
    Viele Grüße
    Barbara Getto

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