Digital Natives und wie sie sich präsentieren
Bereits vor einiger Zeit habe ich mal darüber gebloggt, wie meine ehemaligen Studienkollegen Facebook nutzen. Nun habe ich mich entschlossen erneut in diese Schreibrichtung zu gehen. Wie viele andere (nicht nur digital natives) höre ich Podcasts und lese fremde Blogs. Darunter sind auch das Blog von Jeremy und der Podcast von Zebi – zwei von vielen «digital natives», welche ihr Leben im Internet ausbreiten.
Beiden höre/lese ich schon seit längerem zu, wie sie über ihr Leben, ihren Beruf, ihr Studium, ihre Freizeit, ihre Freunde und Freundinnen, ihre Beziehungen, ihre Gelüste, ihre Antipathien, ihre Reisen, ihren Arbeitsweg, ihre Maturaarbeiten und neuerdings sogar über ihre Fitness-Projekte bloggen und podcasten.
Eigentlich finde ich das recht amüsant und schliesslich blogge auch ich über meine Gedanken, Ideen und Erlebnisse. Auch ich bin ein «digital native» und doch gibt es da einige Unterschiede. Auch ich schreibe Statusmeldungen bei Facebook, auch ich nutze Flickr aber bei all meinen Aktivitäten bemühe ich mich, meine Profile bei den diversen Social Networks möglichst unzugänglich zu gestalten, ich veröffentliche keine GPS-Daten aus meinem iPhone, ich veröffentliche nach Möglichkeit keine Bilder von mir und anderen Personen aus meinem Umfeld (mal abgesehen von einem Portrait und ein paar Schnappschüssen in den bereits genannten, möglichst geschützten Netzwerken) – sprich ich will noch meine Privatsphäre – oder bilde mir zumindest ein noch eine zu haben.
Diesen Eindruck habe ich bei gewissen Leuten nicht und ich stelle mir die Frage warum das so ist. Sind sich diese Leute bewusst, dass einmal veröffentlichte Dinge wohl ein Leben lang im Internet herumgeistern werden (erst gerade habe ich bei der Recherche zu einem andern Blogposting Bildmaterial von vor vielen Jahren gefunden)? Können sie damit leben, dass alle – ja alle! – ihr Leben auf Schritt und Tritt nachverfolgen können?
Rückschau auf die PLE-Tagung

PLE gibts das nun oder gibts das nicht?
In diversen Blogs ( 1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8) wurde die PLE-Tagung bereits nachbearbeitet, ich schliesse mich nun an.
In seiner Keynote versuchte Prof. Michael Kerres aufzuzeigen, wie sich die herkömmlichen Lehrplattformen (LMS) in Zukunft zu Lernplattformen weiterentwickeln könnten.
Die Tatsache, dass zwei der drei Keynotes recht stark hochschullastig waren fiel mir zwar auch auf, doch hat mich das an einer «Fachtagung» mit diesem Publikum nicht so sehr erstaunt und ich habe eigentlich damit gerechnet, dass die beiden Referenten sich eher auf der Tertiärstufe bewegen. Und doch wäre es sehr interessant gewesen, auch deren Meinung zu hören, wie denn ein PLE – mal abgesehen davon, dass jede/r sein eigenes learning environment – deshalb auch personal (Zit.: R. Schulmeister) – auf einer Sekundarstufe aussehen könnte. Und vielleicht liegt gerade in der Aussage von Schulmeister die Antwort: Ein PLE auf der Sekundar- oder Primarstufe umfasst halt jene Geräte und Anwendungen, welche die Lernenden brauchen um zu lernen. So ist das bei manchen Bleistift, Buch und Papier, bei andern kommen noch Computer oder Handys dazu, einige nutzen YouTube und andere Web 2.0-Werkzeuge – ihrem Wissensstand und ihren Bedürfnissen entsprechend.
Das PLE gibt es also gar nicht?! Dies wiederum würde erklären, warum ich mich so schwer tat, mein persönliches (online) Lernumfeld zu erstellen (Ich habe netvibes, igoogle, jpolite, drupal und einige andere ausprobiert und bis jetzt noch nicht die Lösung gefunden, welche mir meine «Post-It-Sammlung», meine Onlinewerkzeuge, meinen Kalender, meinen Feed-Reader etc. etc. ersetzen.)
Um nochmal Prof. Kerres zu zitieren es braucht ein «Instrument» um Inhalte aus Lehrplattform und Inhalte aus eigenen Werkzeugen zu aggregieren und an einem Ort zu bündeln. Somit können sowohl Learning Management Systeme der Institution wie auch die persönlichen Werkzeuge mit welchen Inhalte generiert wurden/werden zusammengeführt werden.
Im Workshop von Dominik Petko ging es um ethische Fragen bei der Nutzung von PLEs. Er stellte den «Zirkel Ethischer Bildung» vor
- Sensibilisierung, dass überhaupt ein Problem vorliegt („Ich kann offen sagen, wenn ich etwas komisch oder anstössig finde und habe ein offenes Ohr für die Anliegen und Probleme anderer“)
- Selbst- und Fremdwahrnehmung („Wie geht es mir und wie geht es anderen in dieser Situation? Was will ich, was wollen andere?“)
- Klärung der eigenen Werthaltungen und der der anderen („Was ist mir wichtig, was anderen? Welche Massstäbe teilen wir, welche nicht?“)
- Reflexion und Beurteilung („Gibt es wichtigere und weniger wichtige Werte? Wie könnte ich so handeln, dass alle einverstanden sein könnten?“) – konkretes Handeln („Was kann ich tun, was für mich selbst und für andere gleichermassen gut ist?“)
Für die Lehrpersonen heisst das, dass diese selber Erfahrungen mit den «Welten» der Kinder sammeln sollen. Eine Lehrperson sollte wissen, welche Schritte vollzogen werden müssen um auf Pornografische Inhalte zu stossen und ob das zufällig oder bewusst geschehen kann. Sie sollten wissen, was in Social Networks passiert oder wie Filme und Bilder mit einem Handy erstellt und ausgetauscht werden. Um Probleme zu erkennen müssen diese Medien in den Unterricht einbezogen werden, denn erst so bieten sich Gelegenheiten, Probleme zu erkennen. Petko empfielt nun in heiklen Situationen nicht ein riesen Szenario zu machen (vorausgesetzt es handelt sich nicht um einen Strafbestand) und Schulleitung und Eltern als erstest zu informieren, sondern zuerst mit den Betroffenen die Situation und die daraus hervorgehende Problematik zu besprechen. Da gebe ich ihm beschränkt recht, wenn die Lernenden mit Sanktionen rechnen müssen, werden die Lehrpersonen auch nie irgend etwas aus ihrer Welt erfahren, andererseits sollte die Lehrperson auch abgesichert sein, um nicht als Verantwortliche für diese heikle Situation zur Rechenschaft gezogen zu werden.
Und noch einmal, nicht nur um die Probleme zu erkennen sondern auch um Lösungen zu suchen sollten die Lehrpersonen gewisse Kompetenzen und eigene Erfahrungen vorweisen können, die über Textverarbeitung und Tabellenkalkulation hinausgehen!
Ein Kursteilnehmer stellte die Frage, wann er denn solche Probleme behandeln solle. Der erste Gedanke, welcher mir durch den Kopf schoss war, «Ist den Medienbildung so unwichtig, dass man eine solche Frage stellen muss?» Schliesslich hat die Schule doch die Aufgabe, die Kinder auf das Leben vorzubereiten!
Wir im Kanton Solothurn sind (zumindest auf der Primarstufe) in der komfortablen Lage, über das Gefäss «Medienbildung» zu verfügen. Doch der Lehrplan 21, welcher im Rahmen der Harmonisierungsbestrebungen in der Schweiz aktuell ausgearbeitet wird weist keine solchen Gefässe aus und sieht Medien und ICT als «Fächerübergreifende Themen» – meiner Meinung nach ein grosser Fehler, denn wenn kein Zusatzgefäss vorhanden ist, werden die Lehrpersonen darauf bedacht sein ihren Stoff zu vermitteln und fächerübergreifende Themen werden nur wenn noch Zeit «übrig» ist berücksichtigt.
Pendenzen

So sieht meine «Pendenzenliste» geplanter Blogpostings aus … irgendwie fehlt mir aber zwischendurch die Zeit – und gewisse Themen leben von der Aktualität, weshalb sie dann plötzlich nicht mehr wirklich sinnvoll sind.
20 Jahre WWW

Anlässlich des 20. Geburtstages des WWW (Ich weiss, ich bin recht spät, aber so ist das nun mal.) habe ich mir überlegt, was meine ersten Erfahrungen mit dem Internet eigentlich waren. Vor 20 Jahren stand ich kurz vor dem Übertritt in die 2. Klasse, da interessierte ich mich keineswegs für Internet und Computer – wir hatten auch noch keinen, damals.
So ungefähr in der 5. oder 6. Klasse dann, zeigte mir mein Vater den ersten Computer, welchen sie in der Schule angeschafft hatten – also eigentlich wars ein Mac. Dass dieser am Tag darauf nicht mehr funktionierte weil mein Vater wohl etwas zu fest im System herumgesucht hat erwähne ich jetzt halt trotzdem. Kurz darauf konnte mein Vater nicht anders und von da an konnte ich auf einem «Mäusekino» malen, schreiben und spielen (Vorzugsweise Lemmings und SimCity). Irgendwann dazwischen habe ich dann von einem Flohmarkt noch einen Uraltcomputer mit Kassetten als Speichermedium geschenkt erhalten – die schwarz-grüne Anzeige verleidete mir aber schon bald.
In der Kantonsschule dann, erste Kontakte mit dem Internet – gestartet hat die Infektion wohl mit der «Cyber Road Show» welche von der ETH organisiert an unserer Schule halt machte. Wir erstellen uns eine eMailadresse, gingen in Chats, luden uns ICQ (verbotenerweise?) auf «unsere» Rechner und in den grösseren Pausen standen wir Schlange hinter den 3 oder 4 Arbeitsstationen in der Mediothek, um kurz unsere Zugangsdaten einzugeben und meistens noch bevor wir überhaupt eine eMail zu Gesicht bekommen hatten – so langsam war es – wieder in die nächste Stunde zu rennen. Das war im Jahre 97 würde ich mal sagen. Ein Jahr später stelle Apple den ersten iMac vor und ich schlug zu und investierte mein erstes selbst verdientes Geld in einen Computer und überzeugte meine Eltern dass ich nun einen Internetanschluss bräuchte.
Bei den Recherchen zu diesem Eintrag bin ich auf recht spannendes Bildmaterial gestossen.
PLE Tagung

Morgen findet die Fachtagung «PLEs in der Schule» statt. Das Tagungsprogramm ist reich gefüllt mit Leckerbissen, da ist zum einen die Keynote von Prof. Dr. M. Kerres, den ich nun schon einen guten Monat vor meiner ersten Präsenzveranstaltung live höre, auf welche ich sehr gespannt bin. Sein Thema: «Personal Learning Environments: Von der Lehr- zur Lernplattform?» Und auch die weiteren Keynotes lassen Interessantes erahnen.
Problematisch wird es dann bei den Workshops – ich kann mich einfach nicht entscheiden! Im ersten Block gibt es zwei drei Präsentationen, welche ich favorisiere:
Rolf Deubelbeiss (PH Zürich)
“Das Mobiltelefon als Teil der persönlichen Lernumgebung an Schulen? Eine vorsichtige Antwort mit zwei Beispielen aus der Schulpraxis”
Marc Graber (Universität Zürich)
Elektronische Lerntagebücher – ein didaktischer Selbstläufer?
Empirische Befunde zur Wirksamkeit des Lerntagebuchschreibens
Martin Hofmann (PH SG)
Next-Generation E-Learning Environments:
Erste Erfahrungen mit dem Open Source E-Portfolio System Mahara
die Vierte welche noch in Frage käme wäre
Andy Schär (PH FHNW)
“Lösungen stehen in Facebook”
Doch hier erhoffe ich mir Insider-Kontakte …
Für den Nachmittag habe ich mich wohl bereits für
Dominik Petko (PHZ Schwyz) Ethische Fragen bei der Nutzung von Personal Learning Environments
entschieden – einzig Thomas Mosers «Lernplattform oder Personal Learning Environment? Unterschiede aus praxisorientierter Sicht» würde mich auch noch interessieren. Auch der lernstick ist vertreten, doch für diese Präsentation habe ich mich bereits “entschuldigt”.
Im Tagungsprogramm wird dazu aufgerufen, die Beiträge, sei das in Blogs, bei Twitter oder bei Flickr, mit dem Tag #PLE09 zu versehen, so erhofft man sich die Beiträge besser auffindbar zu machen. Zudem sollen viele – hoffentlich die Präsentationen, welche ich verpasse – als Folien und/oder Aufzeichnungen zur Verfügung gestellt werden.
Update: Eben per RSS reingeflogen … schon wieder ist jemand schneller als ich … vor ziemlich genau neun Monaten habe ich einen Blogeintrag zu dieser Idee verfasst und mir schon mal Gedanken gemacht, wie so etwas aussehen würde. Falls noch irgendwo iPhones rumliegen würden, ich hätte auch noch eine Klasse, welche sich darüber freuen würde …
Doodle spürt den Frühling
Diese Woche hat Doodle.com eine Reihe von interessanten Neuerungen lanciert:
Für Entwickler:
- Die Doodle API ist RESTful und unterstützt OAuth, das vielversprechende Protokoll für sichere Authentifizierung und Autorisierung von Web Services. Gleichzeitig mit dem API lanciert die Firma den Doodle API Contest. Bis am 14. April können Applikationen, welche auf dieser API basieren eingereicht werden.
Für Firmen:
- Branded Doodle ermöglicht es Unternehmen, ein Firmen-Doodle mit eigenem Logo und Namen einzurichten, wahlweise und gegen ein kleines monatliches Entgelt können eine SSL-Verschlüsselung und die Werbefreiheit beantragt werden.
Für Windows-User:
- All jene, welche ihre Terminplanung mit Outlook bewerkstelligen werden sich über das Doodle Outlook Plugin freuen. Es ermöglicht, Doodle-Termine direkt in Outlook zu übertragen und verfügbare Zeiten den Doodle-Terminen zuzuordnen.
Für alle:
- Mittels eines ICS-Feeds ist es nun möglich, Doodle mit allen möglichen Kalendern wie Google Calendar, Sunbird, iCal etc. zu verbinden.
Weitere Infos sind auf Doodles Blog nachzulesen.


